Bezirkstag in Eppendorf

Von Dankbarkeit, Wurzeln, Früchten und schrägen Bäumen.

Der diesjährige Bezirkstag am 25.6.17 war schon etwas ganz Besonderes.

Eigentlich war geplant, nach dem Gottesdienst - der von Apostel Uli Falk gehalten wurde - in den nahe gelegenen Stadtpark zu gehen, um dort gemeinsam den weiteren Verlauf des Tages zu verbringen.

Nur machte das Wetter dieses Mal nicht so recht mit. Schon Tage zuvor war es regnerisch und stürmisch und es war auch keine wesentliche Besserung in Sicht.

Daher wurde kurzerhand entschieden, das Grillen sozusagen in den „Vorgarten“ der Gemeinde Eppendorf zu verlegen. Dass dies möglich wurde, ist vielen fleißigen Helferinnen und Helfern zu verdanken. Allein schon aus diesem Grund konnten alle Anwesenden sehr dankbar sein, so wie es im heutigen Bibelwort zu lesen ist:

„Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt, so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und seid reichlich dankbar.“

Dankbarkeit ist eines der Themen, die der Apostel gleich zu Beginn des Gottesdienstes ansprach.
Schon häufig haben wir im Gottesdienst gehört, wofür wir dankbar sein können. Wir leben in einer sehr schnelllebigen Zeit, in der das Gefühl der Dankbarkeit schon einmal untergehen könnte.

Wofür wir danken können sind Dinge, die ganz schnell zu einer Selbstverständlichkeit werden:

Wir haben uns in der Gegenseitigkeit – das ist heute ganz wichtig, denn viele Menschen werden aus den unterschiedlichsten Gründen zum „Einzelkämpfer“.

Wir haben Hilfe in verschiedener Form zur Verfügung - keiner von uns muss seinen Glaubensweg im Alleingang bestreiten: in den Gemeinden gibt es Gesprächsmöglichkeiten.

Wir können dankbar sein für jeden, der seine Gabe / sein Talent in der Gemeinde zur Verfügung stellt. Das nehmen wir nicht als Selbstverständlichkeit hin!

„Seid in IHM verwurzelt…“

Dieser Satzteil aus dem Textwort war der eigentliche berühmte „rote Faden“ der sich durch den gesamten Gottesdienst zog.
Apostel Falk stellte die Frage: „Was hält uns in einer Gemeinde fest?“
Die Qualität des Miteinanders in einer Gemeinschaft wird auch von den Personen geprägt, die in ihr leben.
Den Einen mag man mehr, den Anderen weniger. Es passieren Fehler, die vielleicht vermeidbar gewesen wären. Wie gehen wir mit den Schwächen des Nächsten um? Ist es ein Grund, eine Gemeinde zu verlassen, weil menschliche Fehler gestört haben?
Der Apostel machte sehr eindringlich klar, dass dann wohl die Wurzeln nicht ausschließlich in Jesus verankert gewesen sein können.
Allen anwesenden Zuhörern wurde deutlich gemacht, dass nur das Evangelium Jesu Christi zu einer wirklich festen und stabilen Basis führt „wo man Wurzeln schlagen kann“ – und nicht nur die Personen, die in einer Gemeinde zusammen sind.

Wurzeln beziehen ihre Nahrung aus dem Erdreich, in dem sie verankert sind. Wenn es gutes, mineralstoffhaltiges Erdreich ist, können Früchte entstehen, die wirklich gut schmecken.
Unsere Früchte, die an uns als Christen erkennbar sein sollen, haben auch einen besonderen Geschmack für unsere Umgebung.

Priester Renz, Vorsteher der Gemeinde Norderstedt, sprach davon, dass es unterschiedliche Arten von Wurzeln gibt.
Tiefwurzler sind Pflanzen, die ihre Wurzeln ganz tief in das Erdreich ausdehnen. Andererseits gibt es Pflanzen, die zu den Flachwurzlern gehören. Ihre Wurzeln befinden sich in den oberen Bodenschichten und können auch aus dem Boden herausragen. Achtung: Stolpergefahr!

Wir sollten nicht die Art der Wurzeln bewerten, die unser Gegenüber hat. So lange seine bzw. ihre Wurzeln in einem guten Erdreich mit ausreichender Nährstoffzufuhr aus dem Evangelium Jesu Christi verankert sind, ist es gut. Auch die Früchte von einem schief gewachsenen Baum schmecken ausgezeichnet, wenn die Umgebungsbedingungen stimmen.

Priester Link aus der Gemeinde Eimsbüttel brachte mit einem Satz die Inhalte dieses Gottesdienstes auf den Punkt:

An deinem Wort Herr, will ich bleiben…“ Das sind sehr gute Umgebungsbedingungen um in Jesus Christus Wurzeln schlagen zu können.

Nach dem Gottesdienst wurden von Apostel Falk für die Gemeinden Alstertal, Eimsbüttel je ein Diakon in seinem Amt bestätigt - ebenso ein Priester für die Gemeinde Norderstedt.

Für die Gemeinden Eimsbüttel, Eppendorf und Norderstedt wurde auch jeweils ein Diakon neu in sein Amt gesetzt.

Wir wünschen allen Brüdern viel Freude und Segen für die Tätigkeiten in den jeweiligen Gemeinden.

Der schon erwähnte spontane „Ortswechsel“ für das Zusammensein nach dem Gottesdienst hat der guten Laune der Anwesenden keinen Abbruch getan.

Schnell wurden von helfenden Händen ein paar Bänke beiseite geschoben und durch Stehtische ersetzt.
Im Vorgarten war ein Zelt aufgebaut und mit Sitzgelegenheiten bestückt worden, die Kohle auf dem Grill brannte, und schnell roch es nach frischen Würstchen. Das Buffet, das reich mit Salaten und Kuchen versehen war, wurde zum beliebten Treffpunkt.
In vielen Gesprächen wurde das Gehörte aus dem Gottesdienst nochmals vertieft oder einfach das Wiedersehen gefeiert.